Jahrtausende retten! Gegen die geplante Änderung des Niedersächsischen Denkmalschutzgesetzes

Die Landesregierung in Hannover will das Niedersächsische Denkmalschutzgesetz (NDSchG) ändern (LINK). Das Ziel: Verfahren sollen einfacher, schneller und günstiger werden. Was zunächst elegant klingt, hätte das Gegenteil zur Folge und zugleich weitreichende negative Konsequenzen für die Archäologie in Niedersachsen, für Bauvorhaben und Bauherren – und sogar für den Arbeitsmarkt.

Im Namen aller, denen das kulturelle Erbe und die Geschichte in Niedersachsen am Herzen liegen, bitten wir Sie, ganz deutlich gegen die geplanten Gesetzesänderungen Stellung zu beziehen. Der bestehende Gesetzesentwurf muss vom Tisch! Weitere Informationen zur geplanten Gesetzesänderung und eine Online-Petition zur Rettung der Archäologie in Niedersachen finden Sie hier:

https://openpetition.org/jahrtausenderetten

Bitte leiten Sie den Link weiter. Nehmen Sie Kontakt mit Ihren Landtagsabgeordneten auf, sprechen Sie mit Politikerinnen und Politikern vor Ort, leisten Sie Aufklärung!

Schacht Antonsglück bei Rolfsbüttel – Von der Gründung der Kali-Industrie zur Endlagersuche für radioaktive Abfälle

Vortrag von Rainer Bartoschewitz, Geowissenschaftliche AG Gifhorn

09. Juli 2026 im GWG-TreffPunkt 53, Gifhorn, Dannenbütteler Weg 53

Mit der Entdeckung des Kunstdüngers entspannte die sich ankündigende Hungersnot in Deutschland im 19. Jahrhundert und eröffnete eine bedeutende finanzielle Einnahmequelle, so dass die Anzahl der Kaliwerke rasant Wuchs. Auch in Rolfsbüttel wurde eine Schachtanlage auf Kalisalz mit den dazugehörigen Gebäuden gebaut, konnte aber nie in Betrieb gehen. Heute zeugen nur noch Relikte des ehrmaligen Verwaltungsgebäudes in der für den Kalibergbau typischen Archtektur und die Schachttafel von den damaligen Aktivitäten bei Rolfsbüttel. Die in den Bohrungen entdeckten Basalt-Gänge sind die nördlichsten Deutschlands und spielten in den 80er Jahren des 20. Jh. eine Rolle bei der Bewertung von möglichen Endlagern für radioaktiven Abfälle.

Im Rahmen des Vortrags wird Rainer Bartoschewitz zum Schacht Antonsglück bei Rolfsbüttel über die regionale Geologie und Bedeutung dieses nie in Betrieb gegangenen einzigen ehemaligen Bergwerks auf dem Gebiet des heutigen Landkreis Gifhorn berichten.

Vortragsbeginn ist 19 Uhr, ab 18:30 können die Besucher ihre Stein-Funde vorstellen und bestimmen lassen.

Songlines: Konzert mit „Arjomi“ im Historischen Museum Schloss Gifhorn

Am Samstag, 21. Februar um 17 Uhr verwandelt sich die Kasematte des Historischen Museums Schloss Gifhorn für ca. 90 Minuten in einen ganz besonderen atmosphärischen Klangraum. Die vierköpfige Akustikgruppe „Arjomi“ aus Braunschweig präsentiert im Rahmen der aktuellen Sonderausstellung „Songlines – Wanderungen im Australischen Outback“ ein außergewöhnliches Konzert, das traditionelle und experimentelle Elemente miteinander verbindet.

Foto: Arjomi
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Eigenartigen Ritualen auf der Spur… Oder: Was geschah auf dem Urnengräberfeld von Nienbüttel?

Im letzten Vortrag der Veranstaltungsreihe „Archäologie im Landkreis Gifhorn und Umgebung“ berichtet die Archäologin Dr. Melanie Augstein vom Niedersächsischen Institut für historische Küstenforschung (NIhK) über ihre Ausgrabungen auf dem Gräberfeld von Nienbüttel im Nachbarlandkreis Uelzen. Der Vortrag findet am 10. Februar 2026 um 19 Uhr im Hotel „Zur Linde“ in Hankensbüttel statt. Wie gewohnt wird der Vortrag auch im Internet übertragen (Link: siehe unten).

Ausgrabung einer Steinkonzentration auf dem Gräberfeld von Nienbüttel im Sommer 2024 (Foto: M. Augstein, NIhK).
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Spuren kosmischer Katastrophen im Landkreis Gifhorn

Vortrag von Rainer Bartoschewitz, Gifhorn

Meteorite stoßen ständig mit der Erde zusammen, die meisten davon erreichen die Erdoberfläche allerdings nur als Staub oder können als bis zu ~5 m große außerirdische Gesteine entdeckt werden. Im Laufe der Erdgeschichte kollidierten jedoch auch mehrere Kilometer große Himmelskörper mit unserer Erde und hinterließen Krater mit bis zu 300 km Durchmesser. Kosmische Relikte, die auf unserem Kreisgebiet einschlugen, konnten bislang noch nicht nachgewiesen werden, aber die Eiszeiten haben Gesteine von derartigen Impakt-Strukturen im Landkreis Gifhorn abgelagert.

Im Rahmen des Vortrags wird Rainer Bartoschewitz über Funde von Impakt-Gesteinen im Landkreis, deren Herkunft und die Entstehung derartiger Krater berichten.

Treffen: GWG-Treff-PUNKT 53, Dannenbütteler Weg 53, 38518 Gifhorn, ab 18:30 Uhr
Die Veranstaltung ist kostenfrei, Spenden sind willkommen

Der Wolfe Creek Krater und die Regenbogenschlange

Vortrag von Rainer Bartoschewitz, Geowissenschaftliche AG Gifhorn

Der Wolfe Creek Krater ist der zweitgrößte Meteoritenkrater der Welt, in dem Teile eines Meteoriten entdeckt wurden. Die einheimischen Djaru Aborigines nennen den Krater „Kandimala“, hier stieg in ihrer Traumzeit-Geschichte eine Regenbogenschlange aus dem Boden.

Im Rahmen des Vortrags wird Rainer Bartoschewitz über die Entstehung des Kraters und die Bedeutung der Regenbogenschlange berichten.

Termin: Mittwoch 01. April 2026 um 18 Uhr im Historischen Museum Schloss Gifhorn

Die Veranstaltung ist kostenfrei, Spenden sind willkommen

Der Wolfe Creek Krater – Vitrinenausstellung

Im Rahmen der Sonderausstellung „Songlines – Wanderungen im australischen Outback“ im HMSG präsentiert Martin Seth Bilder, u. a. vom Wolfe Creek Krater, einer Impakt-Struktur, die durch den Einschlag eines Riesenmeteoriten entstand. Derartige Impakte sind einzigartige, kurzzeitige, hochenergetische geologische Prozesse. Die ergänzende Vitrinen-Ausstellung von Rainer Bartoschewitz erläutert, wie der Wolfe Creek Krater vor etwa 100.000 Jahren entstand und zeigt Material der beim Einschlag aus dem Krater herausgeschleuderten veränderten irdischen Gesteine, aber auch dort entdeckte Meteoriten-Fragmente des ursprünglich ca. 15 m großen Projektils.

Die Vitrinen-Ausstellung kann vom 01. Februar bis 06. April 2026 im Historischen Museum Schloss Gifhorn besucht werden.

Jahresabschluss im Museum

Zum Jahresabschluss 2025 hatte der Museums- und Heimatverein Gifhorn in die Kasematte des Historischen Museums Schloss Gifhorn zu einer Führung durch die Sonderausstellung und zu einer gemeinsamen Kaffeetafel eingeladen. Siegmar Liebig begrüßte die zahlreichen Teilnehmer und bedankte sich bei Birthe Lehnberg und Anette Thiele für die Vorbereitung der Kaffeetafel.

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7300 Jahre Besiedlungsgeschichte in der „Goldenen Aue“: Ergebnisse der größten Ausgrabung Thüringens

Am Dienstag, den 11. November 2025, um 19 Uhr, berichtet der Archäologe Markus Wehmer M.A. über die größte Ausgrabung in Thüringen. Der Vortrag findet im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Archäologie im Landkreis Gifhorn und Umgebung“ in der Alten Schule in Wasbüttel statt (Mittelstraße 1,38553 Wasbüttel). Der Vortrag wird auch im Internet übertragen. Das Thema des Abends lautet:

7300 Jahre Besiedlungsgeschichte in der „Goldenen Aue“: Ergebnisse der größten Ausgrabung Thüringens

Luftbild der Ausgrabungen (Foto: M. Wehmer).

In der „Goldenen Aue“ bei Bielen und Windehausen östlich von Nordhausen fand zwischen 2011 und 2014 auf einer Fläche von 100 Hektar die bis dahin größte Ausgrabung Thüringens statt. Die Region wurde bereits von den ersten Ackerbauern um 5300 v. Chr. besiedelt. Neben den Grundrissen ihrer Wohnbauten fanden sich auch zwei metertief eingegrabene Brunnen – die ältesten, die in Thüringen systematisch untersucht werden konnten. Eine Sensation war die Entdeckung einer Kreisgrabenanlage mit einem Durchmesser von rund 50 Metern. Die Anlage stammt aus der Zeit um 4800 v. Chr. und diente ehemals rituellen und astronomischen Zwecken. Ausgegraben wurden auch mehrere aufwändig errichtete und mit zahlreichen Beigaben versehene jungsteinzeitliche und bronzezeitliche Gräber, darunter die um 2500 v. Chr. angelegte Bestattung einer Frau, die wahrscheinlich mit einem Umhang oder Mantel bedeckt war. Auf dem Umhang waren fast 2500 durchbohrte Muschelscheibchen und etwa 500 Hundezähne als Applikation aufgenäht. Zu den Bestattungen kommen Reste einer Metallhandwerker-Siedlung aus der Bronzezeit sowie weitere Siedlungsnachweise und Brandgräber aus der vorrömischen Eisenzeit um 700 bis 200 v. Chr. Die Ausgrabungen geben einen eindrucksvollen Querschnitt durch die Besiedlungsgeschichte des fruchtbaren Altsiedellandes im nördlichen Thüringen. Der Referent ist Markus Wehmer M.A., der damalige Projektleiter und heutige Stadtarchäologe von Einbeck.

Weitere Vorträge finden am 9. Dezember in Brome, am 13. Januar 2026 in Gifhorn und am 10. Februar 2026 in Hankensbüttel statt. Der Eintritt zu den Vorträgen, die von der Kreis- und Stadtarchäologie Gifhorn in Zusammenarbeit mit der Archäologischen Arbeitsgemeinschaft im Museums- und Heimatvereins Gifhorn e.V. organisiert werden, ist wie immer frei. Der Zugangslink zur Zoom-Übertragung lautet:

https://us06web.zoom.us/j/89075014234?pwd=cs9cZYMRq56qsSet1GQYioibI6b75r.1