Archäologie geht in die Luft

Von oben sieht die Welt ganz anders aus – das gilt auch und gerade für die Archäologie! Mit Hilfe der neuen Drohne des MHV lassen sich archäologische Befunde nun aus großer Höhe dokumentieren. Das sieht nicht nur eindrucksvoll aus, sondern spart auch sehr viel Zeit. So lassen sich die Luftbilder später am Computer georeferenzieren und die Befunde ganz einfach in Karten übertragen. Vermessungsarbeiten mit Maßband und Millimeterpapier gehören damit weitgehend der Vergangenheit an.

Archäologische Dokumentation mit Hilfe der neuen Drohne in Ehra-Lessien.

Dieses Video zeigt die Dokumentation archäologischer Befunde im Bereich eines im Bau befindlichen Windparks östlich von Ehra-Lessien. Die dunklen Bodenspuren wurden von einem Bürger gemeldet. Sie gehören vermutlich zu einer historischen Immenstelle bzw. zu einem Bienenzaun.

Abendvortrag: “Aktuelle archäologische Untersuchungen in der Stadt Hildesheim. Dran bleiben lohnt sich…”

Am Dienstag, den 1. Februar 2022, 19 Uhr, folgt ein weiterer Vortrag im Rahmen der Veranstaltungsreihe “Archäologie im Landkreis Gifhorn und Umgebung”. In einem Online-Vortrag berichtet der Stadtarchäologe von Hildesheim, Christoph Salzmann, über archäologische Neuentdeckungen in den Jahren 2019 und 2020.

Vorbereitung eines Baumsargs für weitere Untersuchungen (Foto: Stadtarchäologie Hildesheim).

Im Mittelpunkt des Abendvortrags stehen mehrere mittelalterliche Bestattungen, die im Zuge von archäologischen Baubegleitungen im Stadtteil Hildesheim-Himmelsthür entdeckt worden sind. Die nach christlichem Ritus bestatteten Toten waren teilweise in Baumsärgen beigesetzt. Nach Abschluss der eigentlichen Feldarbeiten war die Informationslage jedoch sehr dürftig. Seitens der Stadtarchäologie Hildesheim wurden daher weiterführende Untersuchungen angestoßen, um mehr über das Alter der Bestattungen und die Lebensumstände der verstorbenen Personen herauszufinden. So reiste ein Baumsarg als Blockbergung nach Berlin, während die Knochen anthropologisch in Göttingen untersucht wurden. Der Vortrag beleuchtet das spannende Projekt und die daraus resultierenden neuen Erkenntnisse. Das vorläufige Fazit der Stadtarchäologie lautet: Dran bleiben lohnt sich…!

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Archäologische Ausgrabungen und Neuentdeckungen im Landkreis Gifhorn: ein Rückblick auf die Jahre 2020 und 2021

Am Dienstag, den 11. Januar 2022, 19 Uhr, folgt ein weiterer Vortrag im Rahmen der Veranstaltungsreihe “Archäologie im Landkreis Gifhorn und Umgebung”. In einem Online-Vortrag berichtet der Kreis- und Stadtarchäologe Dr. Ingo Eichfeld über die archäologischen Aktivitäten im Landkreis und in der Stadt Gifhorn während der Jahre 2020 und 2021.

Obwohl auch die Archäologie von einigen Corona-Einschränkungen betroffen war, wurde hinter den Kulissen weiter geforscht und ausgegraben. So lieferte der Bau einer neuen Gasleitung von Walle nach Wolfsburg neue Einblicke in die letzten Jahrhunderte vor Christi Geburt, während auf dem Areal eines geplanten Verbrauchermarktes in Steinhorst vollkommen überraschend die Überreste einer mittelalterlichen Gerberei zum Vorschein gekommen sind. Überhaupt stand in den Jahren 2020 und 2021 das Mittelalter im Fokus, denn auch bei Baumaßnahmen in Jembke oder in der Stadt Gifhorn öffneten sich Fenster in das vermeintlich finstere Zeitalter.

Untersuchungen im Befestigungsgraben der Sassenburg (Foto: Kreis- und Stadtarchäologie Gifhorn).
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Abendvortrag von Dr. Felix Rösch am 7. Dezember “Das Schleswiger Hafenviertel” findet online statt

Aufgrund der Corona-Situation wird der für Dienstag, den 7. Dezember, 19 Uhr, geplante Abendvortrag von Dr. Felix Rösch von der Universität Göttingen als reine Online-Veranstaltung (Zoom) stattfinden. Das Thema lautet „Das Schleswiger Hafenviertel – Zur archäologischen Erforschung eines Fernhandelszentrums zwischen Wikingern und Hanse“.

Zugangsdaten:
https://us05web.zoom.us/j/81744947260?pwd=azhQaFZvUWttbHh6NmU3bGtpT0o1Zz09
Meeting-ID:     817 4494 7260
Kenncode:     3Vbn3P

Abendvortrag: „Das Schleswiger Hafenviertel – Zur archäologischen Erforschung eines Fernhandelszentrums zwischen Wikingern und Hanse“

Vortrag von Dr. Felix Rösch am Dienstag, 7. Dezember 2021, 19 Uhr, Online-Veranstaltung

Schleswig, der mittelalterliche Nachfolger der bekannten Wikingerstadt Haithabu, zählt zu den bedeutendsten Städten des nordeuropäischen Hochmittelalters. Ihre Rolle als internationales Handelszentrum mit weitreichenden Kontakten hatte die Stadt im Zuge des 11. Jahrhunderts von Haithabu übernommen. Bereits 1086 wird Schleswig in der schriftlichen Überlieferung als stark frequentierte Hafenstadt charakterisiert, von der Schiffe zu zahlreichen Küsten Nordeuropas aufbrechen.

Ab den frühen 1970er Jahren rückte Schleswig in den Blickwinkel der Archäologie. Die bislang umfangreichsten Flächengrabungen fanden dabei im historischen Uferbereich statt, wobei zehntausende im Boden konservierte Hölzer freigelegt wurden. Erst in jüngster Zeit wurden diese Grabungen einer systematischen Analyse mit modernster Computertechnik unterzogen. Dadurch gelang es, dass Bild eines sich rapide entwickelnden Hafenviertels in der Umbruchszeit zwischen Wikingern und Hanse zu zeichnen.

So ähnlich sah es im 11. Jahrhundert womöglich auch auf der Schleswiger Altstadthalbinsel aus (Abb.: Referent).
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“Die Kost war karg… zu Tisch bei Germanen und Römern“: Abendvortrag zur Ernährung vor 2000 Jahren

Am Dienstag, 2. November 2021, folgt ein weiterer Vortrag im Rahmen der Veranstaltungsreihe “Archäologie im Landkreis Gifhorn und Umgebung”. Ab 19 Uhr berichtet die Archäologin Ivonne Baier im Rittersaal des Schlosses Gifhorn über die Ernährung vor 2000 Jahren.

Was kam mit der Keramik auf den Tisch? Botanische und zoologische Funde geben Einblicke in die Ernährung vor 2000 Jahren (Foto.: I. Baier).

Ob Spanferkel à la Traian oder gekochtes Rebhuhn – die Gaumenfreuden Roms sind aus antiken Schriften bekannt. Es wurde gerne getafelt, gut und viel – zumindest in den Kreisen, die es sich leisten konnten. Bei den Germanen auch? Was wissen wir über den Speisezettel von vor gut 2000 Jahren jenseits des Limes? Nur ungewürzter Getreidebrei morgens, mittags und abends? Weiterlesen

Die archäologische Vortragsreihe kehrt zurück: in den Rittersaal des Gifhorner Schlosses und digital!

Nach der Corona-bedingten Zwangspause kehrt die Vortragsreihe der Kreis- und Stadtarchäologie und der Archäologischen Arbeitsgemeinschaft im Museums- und Heimatvereins e.V. zurück. Der erste Vortrag findet am Freitag, den 22. Oktober, um 19 Uhr, statt und steht ganz im Zeichen der Mittelalter- und Neuzeitarchäologie. Unter dem Titel „Vom Kleinen ins Mittlere, vom Mittleren ins Große. Was Städte, Weiler, Fluren und Deiche von vergangenen Zeiten erzählen“ zeigt die Archäologin Dr. Sonja König aus Aurich, wie aus einzelnen Puzzlesteinen ein lebendiges Bild der Vergangenheit entsteht. Solche Puzzlesteine sind Ausgrabungen von Städten und Dörfern, aber auch Flurstrukturen und die Umwelt strukturierende Bauwerke wie z.B. Deiche. Der genaue Blick auf die Ausgrabungsergebnisse und ihre Verknüpfung mit historischen und naturwissenschaftlichen Quellen lässt eine genauere Einordnung in das Wirtschaftsgefüge und die Lebensumstände der Menschen vergangener Zeiten zu. Anhand verschiedener Beispiele wird aufgezeigt, welche weitreichenden Ergebnisse dabei im Einzelnen möglich sind. Nicht zuletzt kommen schöne Funde in den Blick.

Rekonstruktion eines mittelalterlichen Hauses in der Stadtwüstung Nienover (Foto: S. Krabath, Aurich).

Frau Dr. König war im Rahmen verschiedener Forschungs- und Ausgrabungsprojekte maßgeblich an den archäologischen Untersuchungen der Wüstung von Klein Freden in Salzgitter-Lebenstedt und der Stadtwüstung Nienover im Solling beteiligt. Heute leitet die Mittelalterarchäologin den Archäologischen Dienst der Ostfriesischen Landschaft in Aurich.

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Tag 19: Der letzte Spatenstich

Nachdem im Laufe des Vormittags alle Arbeiten am Wallschnitt abgeschlossen, sämtliche Funde und Proben verpackt und inventarisiert und sogar das Werkzeug schon gereinigt war, streikte an Schnitt 2 mal wieder die Technik.

Gegen Feierabend wurden die Schaufeln wieder ausgepackt!

Die über 120 Kubikmeter Erde, die in den vergangen vier Wochen an der Sassenburg bewegt worden waren, mussten schließlich wieder zurückgefüllt werden. Damit für die Dokumentation ausreichend Zeit zur Verfügung steht, wurde im Vorfeld beschlossen, die Rückfüllaktion mit einem Bagger durchzuführen. Leider ging diesem noch vor Feierabend die Luft bzw. der Sprit aus. Doch nach all den tollen Erlebnissen der vergangenen Wochen konnte auch dieser kleine Rückschlag uns nichts anhaben. Deshalb packten wir kurzerhand die Schaufeln und Schubkarren wieder aus, kehrten zurück an den Schnitt und schaufelten kräftig von Hand weiter.

Mit etwas Wehmut über das Ende der Grabung, aber durchaus auch etwas Vorfreude auf das wohlverdiente Feierabendgetränk, klang der letzte Grabungstag an der Sassenburg also noch einmal mit Schaufelarbeit aus. Doch bei allem Technikfrust überwiegt die Freude. Das liegt nicht nur an der reichen archäologischen Ausbeute, sondern auch an all den vielen Menschen, die uns in den vergangenen Tagen und Wochen besucht und unterstützt haben. Dafür ein großes Dankeschön! 

Mit Vorfreude blicken wir nun auf die kommenden Ergebnisse der Fund- und Probenauswertung. Auf die Veröffentlichungen hierzu werden wir auf der Seite des MHV hinweisen. Natürlich werden wir an dieser Stelle auch vermelden, wenn es wieder heißt: Ehrenamt trifft Wissenschaft an der Sassenburg!

Tag 18: Der Countdown läuft

Die Grabungskampagne neigt sich dem Ende zu, aber die Arbeit wird nicht weniger. Da morgen alles wieder zugeschaufelt werden muss, musste es heute schnell gehen – und etwas länger. Bei all den tollen Ergebnissen machte das aber gar nichts, stattdessen waren alle mit vollem Elan dabei und das Motto “Ehrenamt trifft Wissenschaft” bewährte sich auch am letzten richtigen Grabungstag. Mittlerweile sitzt jeder Handgriff und jeder kann sich auf den anderen verlassen.

Bergung von Hölzern aus der Grabenverfüllung.

Im Norden (Schnitt 1) konnten die Arbeiten endgültig abgeschlossen werden. Nach dem Dokumentieren der Hauptprofile wurden aus den vielversprechendsten Befunden weitere Proben für naturwissenschaftliche Untersuchungen entnommen. All die entnommenen Hölzer, Holzkohle- und Bodenproben werden dabei helfen, ein möglichst umfassendes Bild von der Sassenburg vor 1000 Jahren zu zeichnen. Doch bevor es dazu kommt, muss die Grabung abgeschlossen werden.

Probenentnahme.

Im östlichen Wallschnitt (Schnitt 2) – von uns liebevoll Heinrich-Schliemann-Gedächtnis-Schnitt getauft – mussten ebenfalls die Hauptprofile dokumentiert werden. Bei einer Gesamtlänge von fast 30 Metern bedeutete das, dass mehrere Zeichen- und Vermessungsteams gleichzeitig arbeiten mussten. Zwischenzeitlich klang es, als wäre die Frankfurter Börse an der Sassenburg zu Gast, so viele Zahlen und Maßangaben schallten über die Fläche.

Dokumentationsarbeiten allerorten.

Bei all der Dokuarbeit gab es dennoch neue Funde: Beim Abbau der Hölzer im Graben konnten weitere gut erhaltene Exemplare geborgen werden. Scheinbar hat die Sassenburg nur darauf gewartet, untersucht zu werden, so bereitwillig offenbart sie uns jeden Tag neue Fakten. Dennoch ist schon das Ende der diesjährigen Grabungskampagne in Sicht.

Tag 17: Profil- und Holzprofis

Mit bester Laune ging es heute vor allem darum, die Fragen zu klären, die zum Ende des gestrigen Tages aufgekommen waren. Leider gab es direkt einen Downer am Morgen: So bestätigte sich die Vermutung über die am Nordwall gefundenen Hölzer. Bei genauerer Betrachtung entpuppten sie sich als verrotteter Zaunpfahl, der erst vor wenigen Jahren in den Untergrund gerutscht war. Allerdings gibt es auch Positives von der Nordseite zu berichten. So konnte das an Tag 13 gefundene Holz geborgen werden, welches sich in einem erstaunlich guten Zustand für dendrochronologische Untersuchungen befindet und daher für eine Analyse eingeschickt werden wird. Zusätzlich konnten aus den verkohlten Bereichen mehrere Proben für C14-Datierungen entnommen werden. Zum Abschluss des Tages wurden dann die Profile für die endgültige Dokumentation vorbereitet.

Putzen des Planums in Schnitt 1: Die letzten Zentimeter sind immer die schwersten….

An der Ostseite stand heute ebenfalls die Vorbereitung der Profile im Vordergrund. Im gesamten Schnitt wurde fleißig geputzt, um die Profile für die abschließende Dokumentation vorzubereiten. Während der Arbeiten kam zudem ein weiteres stark verkohltes Holz zum Vorschein, und zwar unterhalb der Hölzer, die am Vortrag sofort zerfallen waren. Vielleicht haben wir hier mehr Glück! Doch das Holz vom westlichen Wallbereich stand ja auch noch aus. Nachdem alles säuberlich dokumentiert wurde, ging es an die Bergung. Mit äußerster Vorsicht wurde Holz entnommen, das sich sehr wahrscheinlich ebenfalls für eine dendrochronologische Analyse eignet! Damit sind wir auf der Zielgeraden, um das wahre Alter der Sassenburg zu erfahren.

Auch in Schnitt 2 warten noch einige Profilmeter auf ihre Dokumentation.

Damit war der Tag allerdings noch nicht vorbei. Die vermutliche mesolithische Feuerstelle an der östlichen Innenseite des Walls wartete ebenfalls darauf, näher untersucht zu werden. Beim Abbau der Steinpackung kamen weitere, etwas kleinere Steine zum Vorschein, aber auch weitere Silexabschläge. Da darin auch Holzkohle lag, sollte es möglich sein, das Alter auch dieses Befundes zu bestimmen.

Die verkohlten und sehr zerbrechlichen Hölzer werden mit Folie umwickelt und sorgfältig verpackt.

Mit einem sehr guten Gefühl und einem erfrischenden Getränk geht ein weiterer ereignisreicher Tag zu Ende. Wir sind gespannt, was uns zum Abschluss noch erwartet!