Die archäologische Vortragsreihe kehrt zurück: in den Rittersaal des Gifhorner Schlosses und digital!

Nach der Corona-bedingten Zwangspause kehrt die Vortragsreihe der Kreis- und Stadtarchäologie und der Archäologischen Arbeitsgemeinschaft im Museums- und Heimatvereins e.V. zurück. Der erste Vortrag findet am Freitag, den 22. Oktober, um 19 Uhr, statt und steht ganz im Zeichen der Mittelalter- und Neuzeitarchäologie. Unter dem Titel „Vom Kleinen ins Mittlere, vom Mittleren ins Große. Was Städte, Weiler, Fluren und Deiche von vergangenen Zeiten erzählen“ zeigt die Archäologin Dr. Sonja König aus Aurich, wie aus einzelnen Puzzlesteinen ein lebendiges Bild der Vergangenheit entsteht. Solche Puzzlesteine sind Ausgrabungen von Städten und Dörfern, aber auch Flurstrukturen und die Umwelt strukturierende Bauwerke wie z.B. Deiche. Der genaue Blick auf die Ausgrabungsergebnisse und ihre Verknüpfung mit historischen und naturwissenschaftlichen Quellen lässt eine genauere Einordnung in das Wirtschaftsgefüge und die Lebensumstände der Menschen vergangener Zeiten zu. Anhand verschiedener Beispiele wird aufgezeigt, welche weitreichenden Ergebnisse dabei im Einzelnen möglich sind. Nicht zuletzt kommen schöne Funde in den Blick.

Frau Dr. König war im Rahmen verschiedener Forschungs- und Ausgrabungsprojekte maßgeblich an den archäologischen Untersuchungen der Wüstung von Klein Freden in Salzgitter-Lebenstedt und der Stadtwüstung Nienover im Solling beteiligt. Heute leitet die Mittelalterarchäologin den Archäologischen Dienst der Ostfriesischen Landschaft in Aurich.

Bitte beachten Sie: Anders als in den vergangenen Jahren finden die Vorträge nicht an wechselnden Orten, sondern immer im Rittersaal des Schlosses Gifhorn statt. Aufgrund der begrenzten Sitzplatzzahl im Rittersaal ist eine Reservierung erforderlich. Zusätzlich werden die Vorträge auch im Internet übertragen. Reservierungen und Anmeldungen für die Online-Teilnahme können unter archaeologie@gifhorn.de oder 05371/3014 (bis 24 Stunden vor Veranstaltungsbeginn) vorgenommen werden. Der Eintritt ist wie immer frei! Weitere Vorträge sind für den 2. November, 7. Dezember, 11. Januar 2022 und 1. Februar 2022 jeweils um 19 Uhr geplant. Näheres erfahren Sie auf der Seite des MHV sowie in der Tagespresse.

Rekonstruktion eines mittelalterlichen Hauses in der Stadtwüstung Nienover (Foto: S. Krabath, Aurich).

Führungen über den Alten Friedhof am Weinberg in Gifhorn

Der Alte Friedhof am Weinberg ist heute eine historische Begräbnisstätte, eine Gedenkstätte der Stadt Gifhorn für die in den Kriegen des 19. und 20. Jahrhunderts gefallenen und vermissten Gifhorner sowie ein innerstädtischer Park. Eine Arbeitsgruppe von Gifhorner Lokalhistorikerinnen und -historikern hat sich zwei Jahre mit der Erforschung und Dokumentation des Alten Friedhofs beschäftigt. Inzwischen liegt eine Fülle an Material vor, das in einer Datenbank auf der Homepage des Museums- und Heimatvereins Gifhorn einsehbar ist (http://alter-friedhof.mhv-gifhorn.de/index.php). Die wichtigsten und beeindruckendsten Informationen zu diesem stadtgeschichtlich bedeutsamen Ort sind ab sofort in öffentlichen Führungen erfahrbar. Barbara Bergau und Annette Redeker haben eine etwa einstündige Führung erarbeitet, bei der sie anschaulich über die Geschichte des Friedhofs und der hier Bestatteten berichten. Die Führung richtet sich an alle Gifhornerinnen und Gifhorner, nicht nur an stadtgeschichtlich Interessierte.

Die erste öffentliche Führung findet am Samstag, 16. Oktober 2021 um 14.00 Uhr statt. Die Teilnahme an der Führung kostet 4,00 Euro pro Person und erfordert vorab den Kauf einer Teilnehmerkarte. Solche Karten können ab sofort im Vorverkauf in der Touristinformation der Südheide Gifhorn im Cardenap erworben werden. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Die Führungen wird veranstaltet vom Fachbereich Kultur der Stadt Gifhorn.

Tag der offenen Grabung auf der Sassenburg am 20. August

Am kommenden Freitag, 20. August, besteht zwischen 13 und 17 Uhr die Möglichkeit, sich über die laufenden archäologischen Untersuchungen an der Sassenburg zu informieren. Bei Führungen über das Gelände werden neben den aktuellen Erkenntnissen auch die verschiedenen archäologischen Dokumentationsverfahren vorgestellt. Die Ausgrabungen im östlichen Stadtgebiet von Gifhorn werden von der Kreis- und Stadtarchäologie Gifhorn in Zusammenarbeit mit der Universität Leipzig (Lehrstuhl für Ur- und Frühgeschichte) und der Archäologischen Arbeitsgemeinschaft im Museums- und Heimatverein Gifhorn e.V. durchgeführt. In einem eigens eingerichteten Grabungsblog berichtet das Team regelmäßig über die Fortschritte.

Bei der Anreise mit dem Auto wird darum gebeten, das Fahrzeug an der IGS Sassenburg abzustellen und von dort zu Fuß zur Sassenburg zu gehen. Soweit möglich, wird eine Anreise mit dem Fahrrad empfohlen. Das Gelände ist uneben, die Kreisverwaltung empfiehlt daher festes Schuhwerk. Eine Anmeldung ist nicht nötig. Nach der niedersächsischen Corona-Verordnung besteht jedoch die Pflicht, während der Führungen eine Mund-Nasenbedeckung zu tragen.

Offene Pforte zum Kavalierhaus Garten – Besuch in Emma Wredes grünem Wohnzimmer

Überschwänglich blühen in dieser Zeit die Blumen in den Kübeln im Garten am Kavalierhaus Gifhorn. Gerade so, als hätten sie sich extra für den Tag der offenen Gartenpforte besonders angestrengt, um einen üppigen Flor zu zeigen. So klein und schmal der Garten auch ist, so ist er doch eine kleine Oase inmitten der Stadt und ein lauschiges Plätzchen. Seine langgestreckte Form ist historisch durch die Lage der Stadt an den Flussläufen Aller und Ise bedingt. Angelegt und liebevoll gepflegt wurde er von Emma Wrede, der letzten Bewohnerin des Kavalierhauses. Derzeit betreuen ihn ehrenamtlich mit viel Enthusiasmus die „Gartenfreunde“ – eine Arbeitsgemeinschaft des Museums- und Heimatvereins. Am Sonntag, den 15. August zwischen am 11 und 17 Uhr öffnet dieses Kleinod im Herzen von Gifhorn seine Gartenpforte für Gartenliebhaber und andere Interessierte.

Garten am Kavalierhaus.

Der Tag der offenen Gartenpforte ist eine Kooperation von Museums- und Heimatverein Gifhorn e.V. und EMMA – Museumswohnung im Kavalierhaus.

Während der gesamten Öffnungszeit sind im EMMA – Museumswohnung im Kavalierhaus auch die Wohnräume Emma Wredes zugänglich.

Der Eintritt in Garten und Museum ist frei.

Es gelten die allgemeinen und aktuellen Regeln (Abstandsregeln und Maskenpflicht) zur Vermeidung der Ansteckung mit dem Corona Virus.

Ausgrabungen auf der Sassenburg

Etwa vier Kilometer östlich des Gifhorner Stadtzentrums liegt an einer alten Aller-Furt das größte Bodendenkmal der Stadt: die Sassenburg. Obwohl die Sassenburg eines der wichtigsten Bodendenkmale in und um Gifhorn ist, liegen über sie so gut wie keine gesicherten Informationen vor. Das soll sich nun ändern: Vom 2. bis zum 27. August führen die Archäologische Arbeitsgemeinschaft im Museums- und Heimatvereins Gifhorn e.V., die Universität Leipzig (Lehrstuhl für Ur- und Frühgeschichte) und die Kreis- und Stadtarchäologie Gifhorn eine archäologische Untersuchung durch, um Hinweise auf die Zeitstellung und Funktion der Befestigung zu gewinnen.

Finanzielle Unterstützung erhalten die Forschenden von der Niedersächsischen BINGO-Umweltstiftung, die das Vorhaben mit einem Betrag von 4400 Euro unterstützt. Weitere logistische und finanzielle Hilfe kommen von der Stadt und dem Landkreis Gifhorn sowie nicht zuletzt vom Museums- und Heimatverein Gifhorn e.V.

Die Lage der Sassenburg in der oberen Allerniederung östlich von Gifhorn. Kleine Karte: Umzeichnung der erhaltenen Wall- und Grabenstrukturen im Gelände.

Ab dem 2. August können Sie sich hier über die aktuellen Grabungsfortschritte informieren.

Der Fehlerteufel hat zugeschlagen

Im kürzlich versandten Jahresrückblick hat sich leider ein Fehler bei der IBAN eingeschlichen. Die korrekte Bankverbindung des Vereins lautet:

IBAN:  DE62 2695 1311 0011 0143 88
BIC: NOLADE21GFW (Sparkasse Celle-Gifhorn-Wolfsburg)

Bitte achten Sie bei Überweisungen auf die korrekte IBAN, wenn Sie keine Einzugsermächtigung erteilt haben. Danke!

Eine “Carbonat-Bombe” für die Geowissenschaftliche Arbeitsgemeinschaft

Weniger gefährlich, als es klingt: Die neue “Carbonat-Bombe”.

Aus Mitteln des Museums- und Heimatvereins Gifhorn konnte für die Geowissenschaftliche Arbeitsgemeinschaft eine „Carbonat-Bombe“ bzw. ein „Calciocarbometer“ zur Bestimmung des Kalkanteils in mineralischen Stoffen angeschafft werden. Das Gerät eignet sich zur Schnellbestimmung von Carbonat in Gesteinen, Mineralien, Böden, Baustoffen, Schlacken, Scherben usw. Die Bestimmung des Kalk-Gehaltes in sedimentären Gesteinen ist in der Petrologie zur Eingruppierung von besonderer Bedeutung (Kalkstein, Mergel, Ton und deren Untergruppen) und lässt in Verbindung mit dem Gefüge und der Korngröße Rückschlüsse auf deren Bildungs- und Umweltbedingungen zu.

Weiterlesen

Mittelalterlicher Grapen aus Emmen

Als 1994 der Stauteich der Rentelmannschen Mühle in Emmen ausgebaggert wurde, gelangte das hier gezeigte Bronzegefäß ans Tageslicht. Solche als „Grapen“ bezeichneten Kochtöpfe aus Keramik oder Metall waren ab dem späten 12. Jahrhundert in den Küchen gebräuchlich. Sie besitzen stets drei Beine, so dass sie direkt in das offene Herdfeuer oder in die heiße Glut gestellt werden konnten. Die seitlichen Henkel dienten zur Aufnahme eiserner Bügel, mit denen sich die Gefäße tragen oder aufhängen ließen. Erst mit dem Aufkommen geschlossener Herde und industrieller Massenprodukte verschwanden die Dreibeintöpfe aus der Küche. Der Grapen aus Emmen stammt wahrscheinlich aus dem 14. Jahrhundert. Er hat ein Fassungsvermögen von knapp 6 Litern.

Neuzugang der Kreis- und Stadtarchäologie: mittelalterlicher Bronzegrapen aus Emmen (Foto: Dr. Bernhard Schürmann).

Bronzene Grapen gehörten schon aufgrund ihres Materialwertes zu den besonders kostbaren Haushaltsgegenständen. Schadhafte Gefäße wurden nicht einfach weggeworfen, sondern nach Möglichkeit repariert. Erst wenn die Kochtöpfe gar nicht mehr zu retten waren, wurden sie eingeschmolzen und das Material wiederverwendet. Vollständige Gefäße werden daher nur sehr selten gefunden. Vermutlich wurde das wertvolle Gefäß in Notzeiten im Stauteich der Mühle versteckt. Der überaus wichtige Fund wurde vom Museums- und Heimatverein für die Sammlung der Kreis- und Stadtarchäologie angekauft. Derzeit ist das Gefäß in einer kleinen Ausstellung im Eingangsbereich des Historischen Museums Schloss Gifhorn zu sehen.

Neues Wiki zum Alten Friedhof

Eine Gruppe von Bürgerinnen und Bürgern ist der Geschichte des Alten Friedhofs am Gifhorner Weinberg auf der Spur. Die Ergebnisse der umfangreichen Recherchen werden nach und nach in einem Wiki zusammengetragen, das ab sofort öffentlich zugänglich ist: alter-friedhof.mhv-gifhorn.de

Der “Alte Friedhof” am Gifhorner Weinberg auf dem Merian-Stich von 1654.