Gute Laune & gute Unterhaltung: Sommerferienprogramm der Gifhorner Museen

Für alle Kinder, die die zweite Ferienhälfte in Gifhorn und Umgebung verbringen, gibt es in den beiden Museen im Kavalierhaus (EMMA – Museumswohnung im Kavalierhaus) und im Historischen Museum Schloss Gifhorn viel zu entdecken, auszuprobieren und zu basteln.

Vom Keller bis zum Dachboden – Schnitzeljagd im EMMA – Museumswohnung im Kavalierhaus

Los geht es am Montag, 15. Juli 2024, um 10 Uhr mit einer Schnitzeljagd im EMMA – Museumswohnung im Kavalierhaus. Die Museumsräume waren viele Jahre das Zuhause von Emma Wrede. In ihrer Wohnung, die so erhalten geblieben ist, wie sie sie 1992 zurückgelassen hat, erinnert alles an sie und zeigt wie sie gelebt, gewohnt und gewirtschaftet hat.

Vom Keller bis zum Dachboden gibt es viel zu entdecken. Und um bei der Schnitzeljagd ans Ziel zu gelangen, müssen Fragen beantwortet oder knifflige Rätsel gelöst werden. Und für die Ausdauer beim Suchen und Entschlüsseln gibt es natürlich eine Belohnung.

Das Angebot richtet sich an Kinder zwischen acht und zwölf Jahren.  Der Kostenbeitrag pro Kind beträgt vier Euro. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Geht das noch oder kann das weg – Bastelworkshop im Historischen Museum Schloss Gifhorn

Eine große Müllhalde hat sich in der Kasematte des historischen Museums angesammelt. Aber was soll Müll im Museum? Er wartet darauf, dass während eines Workshops am Mittwoch, 17. Juli aus diesen gebrauchten und weggeworfenen Materialien etwas Neues entsteht. Upcycling ist also das Motto der Stunde. Angesprochen sind Mädchen und Jungen zwischen acht und zwölf Jahren, die gerne kreativ mit alten Sachen basteln und neue Kreationen. entstehen lassen möchten. Ausgangspunkt ist die neue Sonderausstellung, „WeltSpielZeug“, in der selbst gefertigte Spielzeuge aus drei Kontinenten zu sehen sind.

Der Workshop startet um 9:30 Uhr und dauert ca. 2 Stunden. Material stellt das Museum. Gerne dürfen gereinigte Dosen, Plastikflaschen, Pappe oder andere Dinge mitgebracht werden.

Der Kostenbeitrag pro Kind beträgt vier Euro.

Eine Anmeldungen sind erforderlich. Mail: veranstaltungen@museen-gifhorn.de oder Tel: 05371 9459 106

„Goldgräberstimmung im Historischen Museum Schloss Gifhorn“

Ferienaktion im Historischen Museum Schloss Gifhorn in Kooperation mit der Geowissenschaftlichen AG

 „Goldwaschen“ das Wort sagt es, hat mit dem glänzenden, begehrtem Edelmetall zu tun – und mit Waschen. Dazu braucht man Wasser. Davon wird es am Mittwoch, 24. Juli, im Historischen Museum Schloss Gifhorn reichlich geben. Von 10.30 bis 12 Uhr sind Kinder zwischen acht und 14 Jahren zur Ferienaktion „Goldwaschen“ eingeladen.

Unter fachkundiger Anleitung werden die Kids an das Thema Goldwaschen herangeführt und können gleich das Erlernte mit der Waschpfanne in die Praxis umsetzen. Selbstverständlich darf dann die Ausbeute mit nach Hause genommen werden und zum Abschluss gibt es ein Goldwasch-Diplom!

Bitte unbedingt wetterfeste Kleidung und Schuhe tragen oder Wechselkleidung mitbringen.

Eine Anmeldungen sind erforderlich. Mail: veranstaltungen@museen-gifhorn.de oder Tel: 05371 9459 106

Kosten: 5,- € pro Kind.

DDR-Grenzanlagen und Fluchttunnel im Spiegel der Archäologie

Vortrag am 20 Juni, 19:30 Uhr, im Rittersaal des Gifhorner Schlosses

Vom 20. bis zum 22. Juni findet die Jahrestagung der Archäologischen Kommsion für Niedersachsen im Schloss Gifhorn statt. Zum Auftakt der Fachtagung am Donnerstag (20. Juni) referiert Dr. des. Torsten Dressler ab 19:30 Uhr in einem öffentlichen Vortrag im Rittersaal des Schlosses über DDR-Grenzanlagen und Fluchttunnel im Spiegel der Archäologie.

Die Berliner Mauer gilt als das Symbol und Fixpunkt der deutschen Teilung. Ob im Boden erhaltene Fundamente von Wachtürmen, Teile der Stacheldrahtverhaue, Signalanlagen, Munition und Reste von Tunnelbauten – sowohl die Grenzanlagen als auch die Fluchttunnel rücken immer wieder in den Fokus der modernen Archäologie. Die Ausgrabungen erfordern dabei eine intensive Auseinandersetzung mit zahlreichen historischen Quellen in Text, Bild und Ton. Gleichzeitig liefern sie neue und spannende Informationen jenseits des bislang bekannten Bildes.

Ausgrabung des sogenannten Aagaard-Fluchttunnels von 1963. Links Detlef Aargaard, rechts Archäologe Torsten Dressler, im Hintergrund das Wohnhaus der Familie Aargaard und der Startpunkt des Fluchttunnels in Glienicke/Nordbahn (Foto: ABD-Dressler).

Der Vortrag schildert einerseits die Grenzausbauphasen und beschreibt die DDR-Grenzanlagen. Andererseits werden die Fluchtprozesse und die Sachzwänge des Fluchttunnelbaus vor dem Hintergrund der Strategien der Fluchtverhinderung durch die staatlichen Organe der DDR thematisiert. Der Referent ist langjähriger Archäologe und Spezialist für die „Archäologie des Eisernen Vorhangs“. Der Eintritt zu der Veranstaltung ist frei.

Minden und Porta Westfalica – Fahrt am 29. Juni 2024

Die Exkursion führt zunächst nach Minden. Zu den herausragenden Sehenswürdigkeiten in Minden zählen der 1200jährige Dom, eindrucksvolle Gebäude aus der Preußenzeit und das Rathaus mit der ältesten gotischen Rathauslaube in Westfalen. In einer Stadtführung mit Besichtigung des Doms treffen wir auch auf Spuren aus der Zeit der Weserrenaissance sowie auf sehenswerte Häuser aus vergangenen Jahrhunderten. Erstmalig erwähnt wurde Minden im Jahre 798 als Ort der Reichsversammlung Karls des Großen. Im Mindener Dom traute Bischof Werner von Bückeburg am 1. Februar 1168 den welfischen Herzog Heinrich den Löwen von Sachsen und Bayern mit Mathilde von England.

Der Mindener Dom (Foto: Aeggy /perspective transformation by TUBS ), A Mindener Dom Westwerk 2CC BY-SA 3.0).

Nach einer Mittagspause im Restaurant Schiffmühlen Gastronomie führt uns ein Abstecher zum Wasserstraßenkreuz. Durch die Lage an der Weser konnte die Stadt bereits 1295 vom Stapelrecht Gebrauch machen. Die erste Weserbrücke wurde 1258 urkundlich erstmals erwähnt. Heute befindet sich in Minden eines der größten Wasserstraßenkreuze der Welt. Hier wird der Mittellandkanal über die Weser geführt.

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Licht auf dunkle Jahrhunderte: Archäologische Ausgrabungen an der Sassenburg bei Gifhorn

Vortrag im Rahmen der Geschichtswerkstatt Gifhorn am 28. Mai, 19 Uhr

Manchmal steckt in lokalen Legenden ein wahrer Kern, der sich archäologisch belegen lässt. Das zeigen Untersuchungen, die seit 2019 von der Kreis- und Stadtarchäologie gemeinsam mit der Universität Leipzig, der Archäologischen Arbeitsgemeinschaft im Museum und Heimatverein Gifhorn e.V. und weiteren Projektpartnern an der Sassenburg östlich von Gifhorn durchgeführt werden. 

Die in der Heimatliteratur seit Langem bekannte Anlage war in der Vergangenheit immer wieder Gegenstand verschiedener Spekulationen: Handelt es sich um eine Verteidigungsanlage Karls des Großen? Wurde sie in sächsischer Zeit als Befestigung gegen die Slawen errichtet? Oder wurde sie erst viel später im 13./14. Jahrhundert erbaut? Und was hat es mit der sogenannten Balkburg auf sich, die ebenfalls ganz in der Nähe zwischen Dannenbüttel und Gifhorn vermutet wird? 

Seit 2019 erforschen die Kreis- und Stadtarchäologie, die Archäologische Arbeitsgemeinschaft Gifhorn und Studierende der Archäologie von der Universität Leipzig die Sassenburg (Foto: Kreis- und Stadtarchäologie Gifhorn).
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Archäologische Busexkursion im Landkreis Gifhorn am 25. Mai

Im Gebiet des heutigen Landkreises Gifhorn nördlich der Aller gibt es interessante Bau- und Bodendenkmäler zu entdecken. Frühmittelalterliche Befestigungen wie die Ringwallanlage „Sassenburg“ oder die sogenannte „Bernwardsburg“ bei Wahrenholz erzählen von historischen Konflikten zwischen Sachsen und Slawen im späten 10. Jahrhundert. An der Grenze zwischen dem heutigen Sachsen-Anhalt und dem Land Niedersachsen liegt die Landwehr von Rade – eine der besterhaltenen Grenzbefestigungen des Mittelalters in Niedersachsen. Die Burganlage in Knesebeck stammt ursprünglich aus dem 13. Jahrhundert und dokumentiert die konsolidierten Machtverhältnisse im späten Mittelalter. Hinzu kommen große und kleine Denkmäler wie das Scheibenkreuz von Rade, mittelalterliche Rundlingsdörfer oder die sogenannte „Burg Wickeloh“ bei Groß Oesingen. Letztere wurde nach dem Ersten Weltkrieg durch den völkisch-esoterischen Neutemplerorden erworben, dessen Mitglieder den ehemaligen Pflanzkamp für den „heiligen Hain des Gottes Wih“ hielten und zu einer Niederlassung ausbauen wollten.

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Befahrung des Salzbergwerkes in Grasleben

11. April 2024

von Rainer Bartoschewitz

Das Salzbergwerk Braunschweig-Lüneburg in Grasleben ist das letzte noch aktiv abbauende Bergwerk in Niedersachsen und fördert etwa 650.000 t Steinsalz für die chemische und Lebensmittelindustrie, als Auftausalz sowie als Tiernahrung (Lecksteine) aus der Allergraben Salzstruktur, einer etwa 50 km langen und 1 km breiten Salz-Aufpressung (Diapir) in einer grabenartigen Spalte zwischen Wolfsburg und Oschersleben. Mit der Gebietsreform 1974 wurde Grasleben vom Landkreis Gifhorn dem Landkreis Helmstedt zugeordnet.

Abb. 1: Teilnehmer der Geowissenschaftlichen AG des MHV und begleitende Mitarbeiter des Salzbergwerks Braunschweig-Lüneburg auf der 540 m Sohle

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Kataster der Geschiebefunde im Landkreis Gifhorn

Aktualisiert: 22.04.2024

Ein Vortrag der geowissenschaftlichen Arbeitsgemeinschaft

Rainer Bartoschewitz wird in seinem Vortrag am Dienstag, 14.05.2024 ab 19.00 Uhr im Historischen Museum Schloss Gifhorn, über die Herkunfts-Bestimmung der Geschiebe und den Stand des Geschiebekatasters des Landkreises Gifhorn berichten.


Die Gletscherströme der Eiszeit aus Skandinavien hobelten die Erdoberfläche, transportierten die „Späne“ in südliche Richtung und lagerten sie als Geschiebe ab. Anhand der abgelagerten Gesteine lässt sich zum Teil deren Herkunft bestimmen und somit auch der Verlauf der Gletscherbewegungen. Ein bereits begonnenes Geschiebekataster mit Funden aus dem Landkreis Gifhorn wird mit dem Workshop Geschiebe II erweitert.
Der Eintritt ist wie immer frei, Spenden sind willkommen.


Wir freuen uns auf ihr Kommen.


Glück auf,

Ihr

Rainer Bartoschewitz

Grabungsführung im Neubaugebiet „Kirchsteig“ in Brome

Seit dem 29. Januar finden im geplanten Neubaugebiet „Kirchsteig“ in Brome archäologische Grabungen statt. Bei den Voruntersuchungen durch die Firma Arcontor sind bereits zahlreiche Funde und Befunde ans Licht gekommen, die eine intensive vorgeschichtliche und mittelalterliche Besiedlung des Areals belegen. Am Donnerstag, den 28. März, 16 Uhr, gibt es eine öffentliche Führung über das Grabungsgelände. Die Führung wird etwa eine Stunde dauern. Wer daran teilnehmen möchte, ist herzlich eingeladen. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Festes Schuhwerk und wetterfeste Kleidung werden empfohlen. Der Treffpunkt ist direkt an der Grabungsfläche an der Straße „Zu den Ohreauen“.


Untersuchung einer Grube im geplanten Baugebiet „Kirchsteig“ in Brome (Foto: H. Gabriel).

Musik aus der Zeit von Herzog Franz in der Gifhorner Schloss-Kapelle

Nur zehn Jahre regierte Franz von Braunschweig-Lüneburg das Herzogtum Gifhorn, in dieser Zeit ließ er die Kapelle des Schlosses Gifhorn bauen. Sie wurde im Jahr 1547 fertiggestellt. Ein ganz besonderes Konzert in dieser Kapelle bietet der Musiker Ralf Thomas am Sonntag, 3. März, um 17 Uhr: er lädt zu einer musikalischen Zeitreise in die Renaissance ein. Ausgewählt hat er ausschließlich zeitgenössische Stücke von Komponisten, die Herzog Franz gekannt hat oder denen er persönlich begegnet sein könnte. Dazu zählen Martin Luther, Ludwig Senfl, Heinrich Isaak und Johann Walter.

Begleitet wird Thomas von dem Gifhorner Ensemble für alte Musik, weiteren Gastmusikern und begleitenden Sängerinnen und Sängern sowie einem kleinen Kinderchor. Zu Gehör kommen verschiedene Renaissanceblockflöten und Gambe. Insgesamt werden knapp 20 Künstlerinnen und Künstler vor dem Altar der Kapelle auftreten.

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Von brüllenden Löwen und zischenden Schlangen: Die Zerstörung der Stadt Gifhorn am 20. Juni 1519 aus historisch-archäologischer Perspektive

Der 20. Juni 1519 war ein Schicksalstag für die heutige Stadt Gifhorn. Im Zuge der sogenannten Hildesheimer Stiftsfehde, einer der blutigsten Kriege in unserer Region am Übergang zur frühen Neuzeit, waren Tage zuvor bereits Peine, Burgdorf und Meinersen überfallen und zerstört worden. Nun stehen die calenbergisch-wolfenbüttelschen Truppen mit ihren Geschützen vor den Toren Gifhorns, das bald darauf ebenfalls geplündert und zerstört wird. „Anno domini … wart Giffhorn und andere blecke und dorppe affgebrandt“. Mit diesen dürren Worten berichtet das Gifhorner Ratsbuch über das einschneidende Ereignis. Um mehr zu erfahren, müssen andere Quellen – historische und archäologische – wie ein Puzzle zusammengesetzt werden. Dieser Aufgabe stellen sich der Historiker Lennart Bohnenkamp M.ed. und der Archäologe Dr. Ingo Eichfeld in ihrem gemeinsamen Vortrag am Mittwoch, den 6. März 2024, 18 Uhr, im Historischen Museum Schloss Gifhorn.

Der Vortrag findet im Rahmen der Sonderausstellung „Die Gifhorner Welfen. Alte und neue Welten in unruhiger Zeit“ statt. Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen.